Wo Teamgeist und Kreativität darüber entscheiden, ob aus Einzelklängen ein harmonisches Zusammenspiel entsteht
Ein Hüttenbaulager ist nicht nur ein handwerkliches Abenteuer, es verbindet Natur, Handwerk und Musik auf einzigartige Weise: Wenn Hammer auf Nagel trifft, Sägen kreischend durch Holz gleiten und Balken aufeinanderprallen, entsteht eine Melodie des Bauens. Diese Geräusche begleiten die Teilnehmenden durch die Lagerwoche und machen den Bauprozess zu einem musikalischen Erlebnis. Am Ende entstehen nicht nur stabile Hütten, sondern auch lange nachklingende Erinnerungen.
Jedes Werkzeug erzeugt seinen eigenen Klang: Das gleichmässige Tack-Tack des Hammers beim Einschlagen der Nägel, das raue Sssch-Sssch der Säge und das dumpfe Klong beim Aneinanderschlagen von Balken. Diese Klänge vermischen sich mit dem Lachen der Kinder, dem Rascheln der Blätter und dem Pfeifen des Windes – eine ganz eigene Komposition aus Natur und Arbeit. Oft entsteht dabei unbewusst ein gemeinsamer Rhythmus – wie eine Band, in der jedes Instrument seinen Platz hat und wo es zusammen ein Ganzes ergibt. So wie in einem Orchester alle Musizierenden aufeinander hören müssen, um im richtigen Takt zu bleiben, müssen sich auch die Teilnehmenden des Abenteuer Hüttenbau abstimmen. Nur wenn alle zusammenarbeiten und aufeinander eingehen, entsteht ein stabiles Bauwerk – oder in musikalischer Sprache: eine harmonische Komposition.
Neben den Baugeräuschen kann Musik auch bewusst ins Lagerleben integriert werden. Am Abend sitzen alle um das Lagerfeuer, Gitarrenklänge mischen sich mit dem Knistern des Feuers, und gemeinsam werden Lieder gesungen. Oder man veranstaltet am Abschlussabend eine Abschiedsdisco und widmet sich elektronisch erzeugten Klängen, deren Bässe in den Ohren wummern und zum Tanzen anregen.
Der wahre Zauber entfaltet sich, wenn die Sonne untergeht und die Teilnehmenden in ihren selbstgebauten Hütten übernachten. Umgeben von der Stille des Waldes, ersetzen die Geräusche der Nacht – das Zirpen der Grillen, das gelegentliche Knacken im Unterholz und das sanfte Rauschen der Bäume – die gewohnten Klänge des Alltags. Was zu Beginn unheimlich anmutet, hilft später dabei, friedvoll in den Schlaf zu finden. Das Aufwachen zu munterem Stimmengewirr (zuweilen zwar etwas gar früh und eher Geschrei gleichend…) und klappernden Tellern und Tassen beendet die idyllische Szenerie, und ein neuer Tag voller Abenteuer beginnt. Abenteuerlich sind jedoch nicht nur die verschiedenen Erlebnisse untertags, auch in punkto Lautstärke macht den Hüttenbauer*innen niemand etwas vor! Man munkelt, zu Spitzenzeiten seien einmal 97 Dezibel gemessen worden, was etwa der Lautstärke einer Motorsäge entspricht…
Text: Nina Würsten
Fotos: zVg Hüttenbau Waldschenke
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