Anjas Federflug der Gedanken – Ihre Perspektive auf Themen des Lebens

„Meteoropathie“, dieses geheimnisvolle Wort bedeutet im medizinischen Sinne Wetterfühligkeit. Wissenschaftler vermuten, dass sich die Witterungsverhältnisse auf das vegetative Nervensystem auswirken und somit gewisse Symptome hervorgerufen werden können. Ich finde dieses Thema extrem spannend, weil es absolut komplex und ein weitgehend unerforschtes medizinisches Phänomen ist.

 

Zwei Varianten

Man unterscheidet zwischen Wetterfühligkeit und Wetterempfindlichkeit. Beim erstgenannten reagiert der Körper besonders sensibel auf Veränderungen des Wetters. Vor allem auf Luftdruckschwankungen, Temperaturänderungen, Feuchtigkeit, Föhn oder Gewitter. Dies ist keine anerkannte Krankheit, sondern eine erhöhte Sensibilität auf die oben genannten Wetterveränderungen, unabhängig von bereits bestehenden Erkrankungen. Die Wetterempfindlichkeit hingegen, verstärkt oder verschlimmert bereits bestehende Krankheiten, Schmerzen und Beschwerden. Betroffen sind nur Menschen mit Vorerkrankungen.

 

Primär Betroffene

Zu den Hauptgruppen, welche eine erhöhte Sensibilität gegenüber Wetterveränderungen haben, zählen ältere Menschen, Personen mit chronischen Erkrankungen oder Allergien, Leute, welche mit psychischen Gesundheitsproblemen kämpfen oder Frauen in den Wechseljahren. Forscher vermuten, dass wetterfühlige Menschen eine niedrige Reizschwelle besitzen, weshalb ihr Körper bereits auf geringe Wetterreize starke Reaktionen zeigt.

 

Symptome und Anzeichen

Typische Beschwerden, welche bei einer Wetterfühligkeit auftreten können, sind unter anderem: Kopfschmerzen (inkl. Migräne), Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Schwindel sowie Benommenheit. Ebenfalls kann die Psyche darunter leiden mit erhöhter Gereiztheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisproblemen oder Nervosität. Manche Menschen fühlen sich antriebslos und können depressive Verstimmungen erleiden. Die Verstärkung bei chronischen Erkrankungen (beispielsweise Rheuma) ist ebenso möglich wie die Zunahme von Narbenschmerzen von früheren Verletzungen oder Operationen.

 

Etwas dagegen tun

Die gute Nachricht ist, dass man tatsächlich mit einigen Tipps und Tricks den unangenehmen Auswirkungen entgegenwirken kann. Viel Bewegung an der Frischen Luft oder andere körperliche Aktivitäten fördern das innere Gleichgewicht. Ausreichend Schlaf sowie eine gute Schlafqualität beruhigen das vegetative Nervensystem. Ebenso helfen können ein geregelter Alltag, eine ausgewogene Ernährung, Dehnübungen und unterschiedliche Entspannungstechniken. Es wird dazu geraten, ein Wettertagebuch zu führen, um die eigenen Reaktionen dadurch besser zu verstehen.

 

Unterstützende Dinge

Es gibt zahlreiche Biowetter-Apps und Webseiten, die ziemlich genaue Vorhersagen zu Wetter und deren Auswirkungen auf den Körper liefern. Zu die bewährten, natürlichen Hausmittel zählen Melissen- und Lavendeltee, Baldrian sowie Passionsblume. Die eigene Anpassungsfähigkeit des Körpers lässt sich zusätzlich trainieren, indem man regelmässige Wechselduschen, Kneipp-Anwendungen und Saunagänge in den Alltag miteinbaut. Generell gilt, dass Ruhe und Entspannung die besten Handlungsalternativen sind. Den eigenen Körper immer wieder überanzustrengen, verstärkt die Symptome der Wetterfühligkeit.

 

Positives Klima

Zum Glück gibt es auch zahlreiche positive Aspekte im Bezug auf das Wetter, welche uns und unserem Körper guttun.

Sonnenschein hat erfolgreiche Auswirkungen auf die Vitamin-D-Synthese im Körper, was sich nützlich auf unser Immunsystem und die Knochengesundheit auswirkt. Ebenfalls kann es die Stimmung vielversprechend beeinflussen und wir fühlen uns zufriedener oder glücklicher. Dies liegt an der verstärkten Produktion von Serotonin, einem Hormon, das für die gute Laune verantwortlich ist und der verringerten Produktion von Melatonin, welches für die Müdigkeit zuständig ist.

Warme Temperaturen können die Blutgefässe weiten und somit den Blutdruck senken, was für manche Menschen sehr hilfreich sein kann. Konstante Wetterbedingungen ohne starke Schwankungen beeinflussen und entlasten das vegetative Nervensystem, so dass es das Wohlbefinden steigert.

Ein Spaziergang bei frischer Luft oder Aktivitäten im Freien, am besten, wenn es etwas kühler ist, fördern die Durchblutung und aktivieren das Immunsystem. Schönes Wetter hilft auch der Psyche und trägt zur aktiven Kontaktpflege bei. Regelmässig Freunde treffen, gegenseitig Gespräche führen und etwas gemeinsam zu unternehmen hilft der inneren Balance und wir fühlen uns ausgeglichener.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, das Wetter ist das, was wir daraus machen.

 

Text: Anja Macello

Fotos: Pexels