Unter dem Motto «ich träge es Liecht id’Wält» erhellten auch in diesem Jahr unzählige liebevoll geschnitzte Räbeliechtli die Strassen unseres Quartiers. Unterstützt wurde der Umzug dieses Jahr durch die Guggemusik Blächschmelzer.
Bei mildem Herbstwetter trafen sich am 14. November 2025 über 300 Kinder, Eltern sowie weitere Bewohnerinnen und Bewohner auf dem Sportplatz der Schule zum diesjährigen Räbeliechtliumzug. Nachdem die Strassenlaternen gelöscht worden waren, stimmten die Kinder – zunächst noch etwas zögerlich – die geübten Lieder an.
Anschliessend zog die grosse Gruppe gemeinsam durch die dunklen Strassen und verwandelte sie in ein Meer aus fröhlich tanzenden Lichtpunkten. Für besondere Stimmung sorgte die als Überraschung organisierte Begleitung der Guggenmusik Blächschmelzer, die dem Umzug mit ihren rhythmischen Klängen eine beschwingte Note verlieh. Zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner liessen sich von der Musik aus ihren Häusern locken und winkten der vorbeiziehenden Menge aus Fenstern und Vorgärten zu.
Suppe und Punsch zur Stärkung
Im Anschluss kamen Gross und Klein zu einem gemütlichen Beisammensein zusammen. Bei duftendem Punsch, heisser Suppe und Würsten vom Feuer blieb Zeit für Gespräche, Lachen und neue Begegnungen.
Die leuchtenden Räben, das Staunen der Kinder, die lebendigen Melodien und die warme Atmosphäre machten den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis. Ein herzliches Dankeschön gilt den Helferinnen und Helfern, der Guggenmusik Blächschmelzer sowie allen Teilnehmenden, die den Räbeliechtliumzug auch dieses Jahr zu einem besonderen Gemeinschaftserlebnis gemacht haben.
Häsch gwüsst?
Der Räbeliechtliumzug gehört im November in der Schweiz seit Generationen zur Tradition. Wer früher selbst mit einer leuchtenden Räbe durchs Quartier zog, schnitzt heute vielleicht mit den eigenen Kindern ein Räbeliechtli oder verfolgt den Umzug vom Fenster aus. Doch woher stammt dieser Brauch?
Früher waren Räben – auch Herbstrüben genannt – ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Einige Quellen führen den Räbeliechtliumzug auf Erntedankfeste zurück: Aus den letzten Rüben wurden Laternen geschnitzt, um den Weg zur Kirche und zu den Feierlichkeiten zu erhellen.
Andere Deutungen verweisen auf römische und keltische Bräuche. Damals sollen Fratzen in Rüben geschnitzt worden sein, um in der dunklen Jahreszeit böse Geister zu vertreiben – eine Tradition, die Parallelen zum heutigen Halloween aufweist.
Auch der Martinstag wird als möglicher Ursprung genannt. Am 11. November wird an den heiligen Martin von Tours erinnert, dessen Mantelteilung bis heute bekannt ist. In vielen Regionen, auch in der Schweiz, sind Martinsumzüge und -märkte verbreitet, etwa der Martinimarkt in Winterthur.
Wie so oft lässt sich die Herkunft einer Tradition nicht eindeutig festlegen. Umso schöner ist es, dass der Räbeliechtliumzug bis heute weiterlebt. Er bringt Licht in dunkle Novembertage, verbindet Generationen und trägt ein Stück Zauber in die beginnende Vorweihnachtszeit.
Text: Nina Würsten & Stefan Meier
Foto: Claudia De Santis



