Von einer, die auszog, sich das Fürchten zu lernen…
Nachtwandung im Dättnau Es ist dunkel, bevor der Abend richtig begonnen hat. Ich ziehe eine Hose nach der anderen an, als würde Stoff allein vor der Nacht schützen. Ende November, 19 Uhr. Schneeflocken fallen leise, fast vorsichtig. In der Jackentasche: eine Taschenlampe. Ganz allein würde ich mich nicht getrauen. Also hole ich Claudia ab. Auch sie ist dick eingepackt, Stirnlampe auf dem Kopf. Unser Plan ist einfach: einmal im Dunkeln um den Dättnauer Weiher. Im Quartier, unter den vielen Strassenlampen, fühlen wir uns sofort wohl. Zu zweit geht sowieso alles leichter, besonders wenn man sich etwas zu erzählen hat. Erst hinter dem Geschenklädeli, wo der Weg die Wiese hinauf Richtung Neuburg führt, wird es stiller. Wir schalten von der Taschenlampe auf die Stirnlampe um – eigentlich reicht das Licht des Schnees. Über uns ein rötliches Glimmen am Himmel, dort, wo die Lichter der Stadt in den Wolken hängen bleiben. Die Nacht hat eigene Gedanken Unsere Schritte werden langsamer. «Wer uns w
23. Mai 2026