Menschen von hier und ihr Blick aufs Quartier
Seit über 15 Jahren ist Patrick Solcà als Berufsfeuerwehrmann bei Schutz & Intervention Winterthur tätig – im Dättnau zuhause ist er seit 2017. Dättnau ist für ihn das Dorf in der Stadt. Diese Mischung und die Nähe zur Natur machen für ihn den Charakter des Quartiers aus.
Liebste Orte im Dättnau
Hier im Dättnau hat man ein Dorfleben in der Stadt. Man kennt sich, hilft einander aus und die Nachbarschaft ist super angenehm. Mein Lieblingsort ist mein eigenes Zuhause mit Garten. Am Ende der Hündlerstrasse gibt es aber auch noch einen steilen Kiesweg, der dem Waldrand entlang hochführt. Dort steht eine etwas mitgenommene Sitzbank, von der aus man einen fantastischen Ausblick in die Glarner Alpen hat – diesen Ort mag ich auch sehr gerne.
Den Beruf im Blut
Meine Tätigkeit als Berufsfeuerwehrmann ist nicht nur meine Leidenschaft, sie liegt vermutlich auch in meinem Blut. Anderen zu helfen, erfüllt mich mit grosser Genugtuung und Zufriedenheit. Es ist die Mischung aus dem direkten Kontakt mit in Not geratenen Menschen und Tieren, sowie der technischen Hilfeleistung, die diesen Beruf für mich so einzigartig machen.
Auch das Wetter beschert uns immer wieder Einsätze. Die Feuerwehren haben immer öfters mit Wetterereignissen zu tun, nicht nur hier bei uns, sondern weltweit.
Wetterereignisse beschäftigen die Feuerwehr
Vielfach sind es kurzzeitige und ganz lokale Starkregen, die unser Kanalisationssystem schnell an seine Kapazitätsgrenzen bringen. Also sucht sich das Wasser andere Wege und die führen vielfach in Tiefgaragen oder sogar in Kellerräume, über Felder oder sonst irgendwohin. Da kommen dann wir von der Feuerwehr ins Spiel und dürfen mit geeigneten Schmutzwasserpumpen und Wassersaugern das unerwünschte Wasser wegmachen. Ein Reinigungsunternehmen sind wir aber nicht.
Auch starke Windböen sind bei solchen Ereignissen keine Seltenheit. Schwächere Bäume leiden dann besonders darunter und es kann schon einmal vorkommen, dass ein ganzer Baum über eine Strasse fällt und den Verkehr lahmlegt. In diesen Fällen dürfen wir, sofern wir von der Wetterlage her in einem sicheren Bereich arbeiten können, die Motorsäge aufheulen lassen und die Strassen freiräumen. Mit solchen Arbeiten unterstützen wir bspw. auch Stadtgrün.
Der grosse Schnee im 2021
Lebhaft in Erinnerung bleibt mir der starke Schneefall Mitte Januar 2021. Drei Tage lang schneite es ununterbrochen und in der Stadt lag eine Schneedecke von 50 cm. Schnee ist etwas, das ich sehr liebe, also verbrachte ich meine freien Tage mit meiner Familie im Schnee. An den Arbeitstagen war ich ebenfalls draussen im Einsatz, jedoch nicht so entspannt, da es viele Einsätze zu bewältigen gab.
Nach einer meiner Nachtschichten, bei der ich ohne Schlaf bis um 7:30 Uhr unterwegs war, brauchte ich schliesslich selbst Hilfe. Beim Einfahren auf meinen Hausplatz blieb ich im Schnee stecken und der Verkehr auf der Hündlerstrasse wurde dadurch blockiert. Eine sehr aufgebrachte Fahrerin ärgerte sich furchtbar – abgesehen davon, erhielt ich aber schnell Hilfe von meinem Nachbarn Thomas (danke dir 😊) und anderen hilfsbereiten Verkehrsteilnehmenden, die mich aus der misslichen Lage befreiten.
Einsätze im Dättnau
Auch im Dättnau war ich schon im Einsatz, aber das kommt nicht regelmässig vor. Vor nicht allzu langer Zeit mussten wir ein Gartenhaus im Vollbrand löschen. Und ein andermal waren wir für eine Kleintierbergung hier – es ging um eine einheimische Eidechse, welche im Fensterrahmen einen Schlupf suchte. Am vermutlich grössten Einsatz im Dättnau, dem Brand der Ziegelei im Juli 2015, war ich gerade in Sizilien in den Ferien.
Patrick Solcà (40), lebt seit 8 Jahren im Dättnau
Aufgezeichnet: Monika Waldburger
Foto zVg. von Patrick Solcà

