Im Dezember 2026 greift der neue Fahrplan, auch für die Linie 5. Das Dättnau sowie alle anderen Quartiere, die von 5er bedient werden, profitieren neu von einem 10-Minuten-Takt während den Hauptverkehrszeiten und am Samstag. Der Quartiervorstand war aber sehr überrascht, dass im Dättnau neu ein Schlaufenbetrieb eingeführt wird, der drei Haltestellen zu gewissen Zeiten nur noch in eine Richtung bedienen soll (morgens stadteinwärts und abends stadtauswärts).
Warum das?
Der 5er wird neu die Haltestellen Hedy-Hahnloser, Neubruch und Bolrebenweg nur ab und zu in beide Fahrtrichtungen bedienen. Das Problem ist der Ort, an dem sich die Busse kreuzen müssen. Mit dem 10-Minuten-Takt wäre das neu zwischen Neubruch und Hedy-Hahnloser. Das geht jedoch nicht, weil die Strassen zu eng sind. Die Lösung für Stadtbus: Ein Schlaufenbetrieb. Doch damit verschlechtert sich die Busverbindung für die Anwohnenden im oberen Dättnau und es entsteht ein Fahrplan-Chaos.
Was machte der QVDS?
Im März informierte Stadtbus über kommende Änderungen am Fahrplan und nahm Begehren entgegen. Mit einer Umfrage sammelte der QVDS deshalb Feedback zur Schlaufenrichtung und reichte die Erkenntnisse ein. In Gesprächen wies Stadtbus zwar auf die aussergewöhnlich grosse Anzahl von Begehren (über 35 Stück) aus dem Quartier hin, wollte aber nur zwei davon weiter prüfen. Auch andere Lösungsvorschläge blieben ungehört. Erst an einem letzten Gespräch, kurz bevor Stadtbus den Fahrplanentwurf an den ZVV einreichen musste, fanden die Parteien eine mögliche Lösung: Wenn die 5-Minuten-Pause von der Endhaltestelle Dättnau an den Hauptbahnhof verlegt würde, könnten sich die Busse kreuzen, weil der Bus an der Endstation nur kurz hält und gleich wieder weiterfährt. Stadtbus wollte diese Lösung jedoch erst mit dem nächsten Fahrplanbegehren im Detail prüfen. Die einzige andere Möglichkeit sei ein Rekurs nach der Veröffentlichung des Fahrplanes durch die Stadt.
Der politische Weg
Der QVDS bat deshalb die drei im Dättnau wohnhaften Mitglieder des Stadtparlaments, Philipp Angele (SVP), Marilena Gnesa (SP) und André Zureikat (Die Mitte) sowie Verkehrspolitikerin Annetta Steiner (GLP) um Hilfe. Daraus entstand eine einzigartige überparteiliche dringliche Interpellation, die von SVP, SP, Die Mitte, GLP, FDP und Grüne mitunterzeichnet wurde. Mit 54:0 Stimmen überwies das Stadtparlament die Anfrage zur Beantwortung an den Stadtrat. Die Antwort der zuständigen Stadträtin, Martina Blum (Grüne), fiel nüchtern aus. Ein Rekurs komme für den Stadtrat nicht in Frage. Sie argumentierte, dass die Verschiebung der 5-Minuten-Pause die Anschlüsse auf andere Züge und Busse nicht mehr gewährleisten könnte. Aus Sicht des QVDS ist es sehr enttäuschend, dass die Stadt nicht auf das Begehren von Einwohnerinnen und Einwohnern eingeht. Zudem stellt sich die Frage, welche Anschlüsse die Stadträtin meinte: Denn bei einer Verschiebung wäre der Bus auch 5 Minuten früher am Bahnhof, so dass alle Fahrgäste mit Ziel Hauptbahnhof mehr Zeit zum Umsteigen hätten und die Anschlüsse besser erreichen würden - gerade auch bei Verkehrsüberlastung. Die Abfahrzeit am Bahnhof bliebe gleich. Auf das ursprüngliche Problem, ob der Kreuzpunkt mit dieser Lösung möglich wäre, ging sie überhaupt nicht ein.
Wie weiter?
Der Quartierverein wird die Auswirkungen der neuen Linienführung genau beobachten. Bereits heute wird der öffentliche Verkehr im Quartier als unattraktiv empfunden, weil man mit Auto oder Velo viel schneller in der Stadt ist als mit dem Bus. 2019 war Neubruch noch die zweitmeist-frequentierte Haltestelle zum Einsteigen im Dättnau, nur Steigmühle hatte mehr. Wie das in Zukunft sein wird, wird sich zeigen. Der QVDS bleibt auf jeden Fall dran. Denn Dättnau-Steig mag mit knapp 5 Kilometern weit weg vom Bahnhof sein, trotzdem ist das Quartier ein Teil von Winterthur.
Text: Danja Marazzi, Vorstandsmitglied QVDS



